Statement der Fa. Amft IT zur Nutzungsänderung GREENPARK zu einem Asylbewerberheim [Update]

Da auch unser Unternehmen, die Firma Amft IT, in letzter Zeit auch durch die Presse zur geplanten Nutzungsänderung unseres bisherigen Gewerbestandortes, dem GREEN PARK in der Flinzstraße 15c hier in Bautzen, häufig kontaktiert wird, sehen wir unsererseits die Notwendigkeit, diesbezüglich unser Statement dazu abzugeben, zumal wir ja auch direkt davon betroffen sind und unsere Meinung auf diesem direkten Weg unverfälscht und ungekürzt dargestellt werden soll.

Allem voraus haben wir natürlich grundsätzlich Verständnis dafür, das die Landkreise gemäß ihrem Verteilerschlüssel verpflichtet sind, ihr Kontingent an Asylsuchenden durch Schaffung entsprechender Unterkunftsmöglichkeiten unterbringen zu müssen.


“Besonders wir als IT-Unternehmen sind stark in ein internationales Umfeld, bedingt durch die Technologieentwicklungen der IT, eingebunden und pflegen viele Kontakte auch auf internationaler Ebene. Bei unseren Kunden ist das nicht viel anders, auch dort sind häufig Mitarbeiter aus anderen Ländern direkt oder indirekt tätig. Wir empfinden diese Möglichkeiten als einen starken Zugewinn der Wissensbasis, auf der wir unseren Kunden entsprechende Dienstleistungen anbieten können. Insofern finden wir, auch durch die Entwicklung von Möglichkeiten wie z.B. dem Internet, eine aufgeschlossene Haltung gegenüber anderen Nationalitäten als normal an und werden niemals Differenzierungen aufgrund unterschiedlicher Herkünfte durchführen.“

Dipl.-Ing.(FH) Heiko Amft, Inhaber Amft IT


Darum ging es auch nie. Der Tatsache entsprechend, dass der Eigentümer sein vertragsgemäßes Recht einfordert, auf Grundlage des Mietvertrages, dem wir ja als Mieter dieses Objekts auch zugestimmt haben, eine Kündigung seinerseits auszusprechen, ist aus unserer Sicht vollkommen in Ordnung und wäre vertragsgemäß jederzeit möglich gewesen. Dieser Vorgang bedarf also ebenfalls keinerlei Kritik.

Klar zu hinterfragen ist allerdings die Tatsache, ob es denn politisch vertretbar sein kann, ein Objekt mit einer aktiven gewerblichen Nutzung durch ca. 15 Firmen, zugunsten der Schaffung von Unterbringungen der Asylbewerber zu „opfern“, zumal der gewählte Zeitpunkt zum Ende des Jahres allen Betroffenen nur Kopfschütteln und Unverständnis abverlangt. Gleichzeitig ist es ebenso unverständlich, warum man auf Seiten der Stadt oder des Landkreises diesbezüglich keinerlei Kommunikation in Vorbereitung der jetzt stattfindenden Umnutzung dieses Objekts für notwendig erachtet hat und die Betroffenen praktisch vor vollendete Tatsachen gestellt hat, zumal ja bereits in der ersten Jahreshälfte gewisse Evaluierungsmaßnahmen zur jetzigen Umnutzung durchgeführt wurden und wir dort, wenn auch inoffiziell, zum ersten Mal mit der Tatsache der Nutzung als zukünftige Asylbewerberunterbringung mit großem Erstaunen konfrontiert wurden. Das sind nunmal die Fakten.
Im Nachhinein bei den direkt und indirekt Betroffenen um Verständnis zu werben, ist aus unserer Sicht schon sehr zynisch und prinzipiell unglaubhaft. Das solche Vorgänge auf breiter Ebene auf Ablehnung stoßen, erscheint uns vollkommen gerechtfertigt, zumal man ja bewusst vermieden hat, die direkt Betroffenen vorher angemessen zu informieren. Entsprechende Erklärungsversuche nach Schaffung von Fakten waren inhaltlich reine politische Phrasendrescherei, damit schafft man keine Zustimmungen oder gar Verständnis. Da das ja auch an anderen Orten nach dem gleichen Schema abgelaufen ist, unterstellen wir schon einen gewissen Vorsatz, zumal ja die entsprechenden Reaktionen alle zum gleichen Ergebnis führen und weitgehend aus Ablehnung bestehen. Aus unserer Sicht wurde hier ganz bewusst über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden, da man aufgrund vorangegangener Versäumnisse offensichtlich in erheblichen Zugzwang geraten ist und damit die Dialogbereitschaft vorsorglich aufgekündigt oder eindeutig nicht mehr beabsichtigt hatte.
Als Unternehmen würden wir sagen, hier hat jemand seine Arbeit nicht gemacht. Leider hat das, anders als in Unternehmen, auf politischer Ebene wie immer keinerlei Konsequenzen für niemanden.
Auch die Entscheidung für diesen Standort, dem man ja eine gewisse Brisanz hinsichtlich der unmittelbaren Nähe zu einem Kindergarten, einer Schule und der Altersbetreuung der Volkssolidarität nicht absprechen kann, ist grundsätzlich in seiner Sinnhaftigkeit bei der Standortfindung und -entscheidung zu hinterfragen, ganz abgesehen von bis heute nicht vorliegenden Sicherheitskonzepten.

Da ja auch uns Unternehmern eine gewisse soziale Verantwortung und gesellschaftliches Engagement abverlangt wird, werden wir unsere Entscheidungen diesbezüglich in Zukunft überdenken und eine neue Bewertung in dieser Hinsicht durchführen, sei es in Hinblick von Sponsoring oder anderweitige Unterstützung gesellschaftlicher Aktivitäten hier am Firmenstandort.

Warum man den Bürgern das Gefühl vermittelt, es wird, wie vor über 25 Jahren üblich, von „oben herab“ entschieden, stößt das WIE bei uns weitgehend auf Unverständnis und wirft kritische Fragen auf, deren Beantwortung wir ebenfalls mit Nachdruck einfordern werden. Es steht für uns also zusammengefasst nicht das WAS im Vordergrund, sondern ausschliesslich das WIE.

Auch wenn wir in Kürze diesen Standort verlassen werden, unser Interesse an der weiteren Entwicklung bleibt unabhängig davon vollständig erhalten.